Bürgerverein
Brunnenhaus - Gesundbrunnen Halle e.V.
 

Geschichte

Der Gesundbrunnen oder die Quelle zum Heiligen Born

Die Quelle des berühmten Brunnens ist seit dem frühen Mittelalter bekannt.
Der Erzbischof Burkhard III. schenkte dem Moritzkloster die Quelle. In der Schenkungsurkunde von 1310 wird die Quelle erstmals als "Heiliger Born"(hillige born)erwähnt. Die Gesundbrunnenquelle befand sich südlich der Stadt Halle in Richtung Böllberg und Wörmlitz. Nach SCHULTZE-GALLERA kam sie vom südwärts höher gelegenen Gelände und trat in einer Senke, dem heutigen Gesundbrunnental, zu Tage. Es lässt sich noch heute weiter nach Südosten, bis an die Hochfläche (Gebiet Stadion, Ringerweg)verfolgen. Das Wasser ist reich an Mineralien, Eisen und Kohlensäure. Auf Grund der Heilwirkung des Wassers fasste man die Quelle ein und führte sie über Holzleitungen zum Saaleufer. Dort errichtete man eine Kapelle, die dem Heiligen Mauritius geweiht war. Man nutzte seine Heilwirkung, trank von der Quelle und badete in hölzernen Bottichen. Dieser Ort war deshalb Ziel vieler Kranker und auch ein beliebter Wallfahrtsort für die Bürger der Stadt Halle. Die Halloren und die Ratsherren der Stadt unternahmen an Feiertagen Wallfahrten an die Kapelle und brachten Geschenke dar. Nach der Reformation unterblieben die Besuche zum heiligen Brunnen, er verfiel in kurzer Zeit. Die hölzernen Röhren verfaulten, das Wasser konnte nicht mehr abfließen und die Quelle trat wieder am ursprünglichen Ort, auf Wiese und Feldern hervor. Um 1646, während einer Epidemie, erinnerten sich die Hallenser an die Quelle, sie wurde instand gesetzt und auf den heutigen Namen umgetauft. Die Quelle des Heiligen Borns erhielt den Namen Gesundbrunnen. Der Brunnen sollte bei allen Krankheiten nützlich sein. Doch wegen unwirksamer Kuren kam der Brunnen in Verruf und wurde als "Krätzerbrunnen" geschmäht. Nach der Reformation wurde der Gesundbrunnen vergessen.

Zurzeit König Friedrich I. von Preußen (1701 - 1713) wurde der Brunnen wieder aufgegraben, gereinigt und mit einem achteckigen Häuschen überbaut. Die Eigentümer wechselten in den folgenden Jahren oftmals: 1795 erwarb der Bankier Gründler den Brunnen, dann besaß ihn der Seifensieder Schmidt; 1807 kaufte ihn Johann Christian Reil, um ihn für seine Badeanstalt zu nutzen; 1827 erstand ihn der Tischler Kyritz, der auch Reil`s Badeanstalt erwarb. Das Brunnenhaus verfiel immer mehr, 1850 standen nur noch die Umfassungsmauern. 1858 wurde die Universität Halle Eigentümer des Brunnens und 1885 kaufte die Stadt das gesamte Areal. In den Jahren 1901 und 1902 wurde der jetzige Oberbau auf dem noch vorhandenen Fundament errichtet. Noch heute trägt das südliche Stadtviertel von Halle den Namen "Am Gesundbrunnen".
Bürgerverein: "Brunnenhaus - Gesundbrunnen Halle" e.V., Diesterwegstraße 16, 06128 Halle/ Saale